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Schiffs- & YachtinnenausbauPN-EN 204WATT 91IMO FTP Code Part 2/5

D4-Klebstoffe (DIN EN 204) und High-Gloss-Lackierung im Yacht- und Schiffsmöbelbau

Jarosław MilewczykInhaber & Produktionsleiter, KONAR
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2026-07-227 min

📌 Wichtigste technische Parameter & Konstruktionsmerkmale

Im Yacht- und Schiffsinnenausbau erfordern permanente relative Luftfeuchtigkeiten von bis zu 95%, aggressive Salzwasseraerosole und kontinuierliche Torsionskräfte des Schiffskörpers zwingend Leimfugen der Beanspruchungsgruppe D4 nach DIN EN 204. Ein D4-Klebstoff (1K/2K-Polyurethan PUR oder PVAc mit Isocyanat-Härter) gewährleistet eine Wärmefestigkeit nach WATT 91 von über 7 N/mm² bei +80°C sowie Kochwasserbeständigkeit. In Verbindung mit einem mehrschichtigen High-Gloss-Lacksystem (Polyester-Füller und 2K-PUR-Decklack mit UV-Blockern) entsteht eine hermetische Schutzschicht gegen Feuchtigkeitseintritt.

IMO FTP Code Brandschutzanforderungen für gewerbliche Schiffe

Für Passagierfähren und Kreuzfahrtschiffe gelten strenge Brandschutzvorschriften nach IMO FTP Code Part 5 (Schwerentflammbarkeit – CFE > 20 kW/m², Qsb < 45 MJ/m²) und Part 2 (Rauchdichte Ds max < 200).

🛠 5-Stufen High-Gloss Lackierverfahren (>90 Glanzeinheiten)

01

6-seitige PUR-Absperrung

Isocyanat-Isoliergrund gegen Holzinhaltsstoffe und Feuchtediffusion (40–50 µm Trockenfilm).

02

Polyester-Spritzfüller

Auftrag von 2–3 Schichten schwundfreiem Polyesterfüller (Schichtaufbau 250–300 µm).

03

Nassschliff P800 - P3000

48h Trocknung und stufenweiser Feinschliff vor der Endlackierung.

04

2K-PUR-Klarlackierung

Lichtechter Acryl-PUR-Klarlack mit UV-Blockern gegen Vergilbung und Salznebel.

05

Maschinelle Spiegelpolitur

Rotatives Aufpolieren mit Mikropolierpasten für perfekte Tiefenwirkung.

📊 Vergleich von Klebstoffsystemen im maritimen Umfeld (DIN EN 204 / WATT 91)

KlebstofftypChemische BasisWasserbeständigkeitWärmefestigkeit WATT 91 (+80°C)Einsatzbereich im Schiffsbau
Standard-PVAc (D3)1-Komponenten-PolyvinylacetatD3 (zeitweilige Feuchte)~3,5–4,5 N/mm²Trockener Wohnbereich (im Schiffsbau unzulässig)
PVAc + Härter (D4)PVAc-Dispersion + Isocyanat 2KD4 (DIN EN 204)>7,0 N/mm²Kombüsenbau, Innenkabinen, Furnierarbeiten
1K-PUR-Leim (D4)Feuchtigkeitsvernetzendes PURD4 (DIN EN 204)>8,5 N/mm²Tragende Konstruktionen, Schottenanbindung, Massivholz
2K-EpoxidharzBisphenol A + PolyaminhärterÜbertrifft D4 (100% wasserdicht)>10,0 N/mm²Außendecks, Rumpfverklebungen, Teak/Iroko

1. Beschichtungsaufbau für High-Gloss-Yachtoberflächen

Ein echter Spiegelglanz (>90 Glanzeinheiten bei 60°) erfordert höchste Prozessdisziplin: 2K-PUR-Isoliergrund gegen Holzinhaltsstoffe, hochfüllender Polyester-Spritzspachtel (250–300 µm Trockenfilmdicke ohne Nachsacken) sowie lichtechter 2K-Acryl-PUR-Klarlack. Jede Schicht wird forciert getrocknet und nass von P800 bis P3000 geschliffen, bevor sie mit Polierpasten auf Hochglanz gebracht wird.

2. Torsionsausgleich und Schiffsbausperrholz

Der Schiffskörper arbeitet im Seegang kontinuierlich. Starre Möbelbauten ohne elastische Dehnfugen (MS-Polymer) würden reißen. Wir fertigen 3D-Yachtkomponenten auf 5-Achs-CNC-Anlagen und verwenden nach Lloyd’s Register zertifiziertes Marinesperrholz (Okoumé / Birke AW100) mit 1,5–2,0 mm dicken Massivholz-Starkfurnieren.

Dedizierter Fertigungsservice

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Häufig gestellte holztechnische Fragen (FAQ)

Warum darf D3-Leim nicht im Yachtbau eingesetzt werden?

Bei dauerhafter Luftfeuchtigkeit über 80% und Wärmestau in Kabinen neigen D3-Leime zu Hydrolyse und thermischem Fließen, was zum Versagen der Fugen führt.

Welche Funktion hat der Polyesterfüller unter Hochglanzlacken?

Polyester härtet ohne Lösungsmittelverlust schwundfrei aus und verhindert dauerhaft das Abzeichnen der Holzporen.

Welche Hölzer eignen sich am besten für maritime Innenräume?

Teak, Iroko, Mahagoni und Eiche bieten höchste natürliche Dauerhaftigkeit. Auch Esche und Nussbaum werden bei vollständiger 6-seitiger PUR-Versiegelung erfolgreich eingesetzt.

JM
Autor des Fachberichts Verifizierter Fertigungsexperte

Jarosław Milewczyk

Inhaber & Produktionsleiter, KONAR

Über 15 Jahre Praxiserfahrung in industrieller Holzbearbeitung, 5-Achs-CNC-Fräsen und Objektmöbelbau seit 2006. Technische Produktionsleitung für B2B-Serienfertigung im Werk KONAR.

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